Sinti & Roma

Die Sinti und Roma in Menden im Sauerland haben eine bewegte Geschichte, geprägt von Verfolgung und jüngster Erinnerungskultur. Die größtenteils katholischen Mendener Sinti wurden während der NS-Zeit systematisch verfolgt, deportiert und ermordet.


Frühe Präsenz
Sinti lebten seit Jahrhunderten im deutschsprachigen Raum, mit ersten Erwähnungen ab dem 15. Jahrhundert. In Menden siedelten sie sich als fahrende Familien an, unterlagen aber Ausgrenzung und Ächtung durch Reichstagsbeschlüsse ab 1498.[sintiundroma-nrw]
NS-Verfolgung
Unter den Nationalsozialisten galten Sinti und Roma als “Feinde des Reiches”; viele aus Menden wurden ins KZ Auschwitz deportiert. Die Stadt plant seit 2024 einen zentralen Gedenkort am Kirchplatz der St. Vincenz-Kirche, um die Opfer zu ehren.[menden +1]
Aktuelle Erinnerung
2024 besuchte der Verband Deutscher Sinti und Roma NRW die Stadt, um die Gestaltung des Mahnmals mitzubestimmen. Eine Ausstellung in der St. Vincenz-Kirche beleuchtet Leben, Verfolgung und Diskriminierung bis heute.

Historisch bekannte Sinti-Familien in Menden sind vor allem durch NS-Verfolgungsquellen dokumentiert, da spezifische Namenlisten rar sind. Es gibt keine umfassende öffentliche Liste aller Familien, aber Quellen nennen etwa 35–37 deportierte Personen aus Menden nach Auschwitz, größtenteils katholische Sinti.
Bekannte Hinweise
• Die Mendener Sinti waren als sesshafte Familien in der Stadt ansässig und wurden 1943/44 deportiert; viele Kinder wurden in der St. Vincenz-Kirche getauft.
• Zeitungsartikel und Gedenkinitiativen (z. B. Westfalenpost 2026) erwähnen 37 ermordete Mendener Sinti, ohne explizite Familiennamen aufzulisten.
Regionale Vergleiche
Ähnliche benachbarte Orte wie Minden nennen Familien wie Laubinger, Kreuz und Marschall (1924 dokumentiert). Für Menden fehlen vergleichbare detaillierte Aufstellungen in zugänglichen Quellen; weitere Archive (z. B. LWL oder Verband Sinti und Roma NRW) könnten präzisere Daten bieten.

Die Namen der etwa 35–37 deportierten Sinti aus Menden (hauptsächlich 1943 nach Auschwitz-Birkenau) sind in Gedenkquellen und Listen dokumentiert, wobei genaue Zahlen variieren. Eine zentrale Quelle nennt mindestens 20 Personen aus Familien wie Wick, Einacker und Lagerin, die größtenteils ermordet wurden.[rvkonline +1]
Dokumentierte Namen
Hier eine Auswahl der namentlich genannten Mendener Sinti-Opfer aus Deportationslisten:

Die Namen der etwa 35–37 deportierten Sinti aus Menden (hauptsächlich 1943 nach Auschwitz-Birkenau) sind in Gedenkquellen und Listen dokumentiert, wobei genaue Zahlen variieren. Eine zentrale Quelle nennt mindestens 20 Personen aus Familien wie Wick, Einacker und Lagerin, die größtenteils ermordet wurden.[1][2]

Dokumentierte Namen

Hier eine Auswahl der namentlich genannten Mendener Sinti-Opfer aus Deportationslisten:

NameGeburtsdatum/OrtDeportation/Schicksal
Einacker, Anton09.11.1924 Menden14.03.1943 Auschwitz [2]
Einacker, Wilhelm11.04.1923 Menden14.03.1943 Auschwitz [2]
Wick, Paul08.07.1932 Menden14.03.1943, †22.01.1944 [2]
Wick, Josefa31.03.1935 Menden28.06.1943 Auschwitz [2]
Wick, Therese10.03.1937 Menden03.07.1943 Auschwitz [2]
Wick, Maria21.12.1939 Menden1943 Auschwitz [2]
Wick, Elisabeth05.09.1940 Menden1943 Auschwitz [2]
Wick, Helga02.04.1942 Menden1943 Auschwitz [2]
Lagerin, Elisabeth20.04.1937 Menden04.11.1943 Auschwitz [2]
Brandt, Renata28.07.1941 Menden1943 Auschwitz [2]

Ergänzende Infos

Der Gedenkgottesdienst 2014 in der St. Vincenz-Kirche ehrte genau 35 Opfer, viele davon Kinder und Säuglinge ohne Priesterbeistand. Vollständige Listen finden sich in Archiven wie dem Zentralrat Deutscher Sinti und Roma oder lokalen Mahnmal-Projekten in Menden.[2][1]